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Berliner Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit

Medienkompetenz

Unser Ziel: Datenschutzkompetenz so früh wie möglich

Bereits Kinder im Grundschulalter gehen regelmäßig online. Sie bewegen sich in digitalen Welten und hinterlassen dabei Spuren, meist ohne sich dessen bewusst zu sein. Umso wichtiger ist es, ihnen frühzeitig zu vermitteln, warum ein sensibler Umgang mit persönlichen Informationen sinnvoll ist. Dazu brauchen sie medienkompetente Eltern und pädagogische Fachkräfte, die sie begleiten.

Die Berliner Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit hat es sich zum Ziel gesetzt, Kinder im Grundschulalter über den Umgang mit ihren eigenen Daten aufzuklären und ihnen anhand von altersgerechten Materialien einen verständlichen Einblick in das Thema zu geben. Je früher Kinder lernen, was personenbezogene Daten sind, was sich hinter dem Begriff Datenschutz verbirgt und wie sie selbst Einfluss darauf nehmen können, was mit ihren Daten geschieht, desto medienkompetenter und mündiger können sie später in unserer Gesellschaft von ihrem Recht auf informationelle Selbstbestimmung Gebrauch machen.

Jeder hat das Recht auf Datenschutz – auch Kinder

Durch das Recht auf informationelle Selbstbestimmung sind Ihre Daten per Gesetz geschützt. Niemand darf Ihre Daten speichern, veröffentlichen oder weitergeben, ohne dass ihm dies durch ein Gesetz erlaubt ist oder Sie Ihre Einwilligung erteilt haben.

Eltern sind Vorbild

Geht es jedoch um den Umgang mit Medien, so ist das manchmal gar nicht so einfach. Viele Mütter und Väter fühlen sich von den rasanten Entwicklungen der Medienwelt überrollt und wissen nicht, wie sie ihrem Kind Orientierungshilfe im digitalen Alltag geben sollen, ohne Ängste zu schüren. Deshalb: Sprechen Sie mit Ihrem Kind. Nutzen Sie seine Medienkenntnisse und lassen Sie sich seine Medienwelt – die Welt der „Digital Natives“, der „digitalen Ureinwohner“ – auf Augenhöhe erklären. Ihr Kind kann Ihnen zeigen, warum es welches Angebot nutzt und wofür. Sie lernen dabei einiges über die Mediennutzung Ihres Kindes und können gleichzeitig die mit ihr verbundenen Gefahren und Chancen besser einordnen, Bedenken weitergeben und Alternativen aufzeigen – ohne das Kind dabei direkt zu belehren:

  • Informieren Sie sich in regelmäßigen Abständen über neue Medien, neue soziale Netzwerke und mögliche damit verbundene Gefahren.
  • Begleiten Sie Ihr Kind aktiv durch die Medienwelt und profitieren Sie von einem wechselseitigen Lernprozess. Beachten Sie aber: Ein unbedarfter Umgang mit medialer Technik ist nicht gleichzusetzen mit Medienkompetenz.
  • Hinterfragen Sie Ihr eigenes Medienverhalten und versuchen Sie, zwischendurch auch die Perspektive Ihres Kindes einzunehmen.

Linktipps für Eltern

Tipps zur medialen Begleitung Ihres Kindes:

www.schau-hin.infoExterner-link | www.internet-abc.deExterner-link | www.surfen-ohne-risiko.netExterner-link | www.seitenstark.de/kinder/datenschutzExterner-link

Aktuelle Informationen und Hinweise:

www.datenschutz.deExterner-link | www.bsi-fuer-buerger.deExterner-link


Lehrerinnen und Lehrer sind wichtige Begleitpersonen

Auch wenn der Einsatz von Computern im Unterricht immer noch sehr punktuell erfolgt und nur in bestimmten Fächern Anwendung findet, so ist die Medienerziehung aus dem Lernort Schule nicht mehr wegzudenken. Sie erfordert neben einer entsprechenden technischen Ausstattung eine sinnvolle Einbindung in die Unterrichtspraxis, um Kinder in ihrer heutigen Lebenswelt abholen und pädagogisch begleiten zu können. Da die Bildungspläne keine verbindlichen Vorgaben machen, ist es für Lehrkräfte nicht immer einfach, Medienkompetenz als Schlüsselqualifikation in den eigenen Lehrplan zu integrieren. Doch ist es jederzeit möglich, mediendidaktische Elemente in den Unterricht einzubauen, etwa mit einer kurzen „Fragerunde zu aktuellen Medienthemen“ zu Beginn einer Sachunterrichtsstunde. Sie werden erstaunt sein, was die Kinder zu berichten haben und was Sie dabei von Ihrer Klasse lernen können. Deshalb:

  • Machen Sie sich im Umgang mit Kindern und in ihrer alltäglichen Schulpraxis die Bedeutung des Themas Datenschutz bewusst.
  • Erarbeiten Sie mit den Kindern anhand von Beispielen, welche analogen und digitalen Spuren sie täglich hinterlassen können. Sprechen Sie mit den Kindern darüber, dass es persönliche Dinge gibt, die andere nichts angehen, und versuchen Sie, Verständnis für das Thema Datenschutz zu wecken.
  • Bleiben Sie im Austausch mit den Eltern. Gestalten Sie bei Bedarf Elternabende zu Medienthemen, um Kinder und Eltern nachhaltig für den Umgang mit Medien zu sensibilisieren. Holen Sie sich dafür die Unterstützung und das Knowhow von Medienkompetenzzentren in Ihrem Bezirk.

Linktipps für Lehrer und Lehrerinnen

Materialien für die Unterrichtspraxis:

www.klicksafe.deExterner-link | www.internet-abc.deExterner-link | www.handysektor.deExterner-link | www.planet-schule.de/wissenspool/elli-onlineExterner-link

Datenschutz mit Jugendlichen thematisieren:

www.youngdata.deExterner-link | www.datenparty.deExterner-link


Unseren Flyer mit weiteren Tipps und Anregungen können Sie hierPdfherunterladen.